Bei der Stallauswahl hatte ich echt Glück. Ich hab erstmal im Internet gesucht und eine Auflistung gemacht, was der Stall bietet, was er kostet etc. Wichtig war mir, dass Rubin in einen Offenstall kommt. Von Boxenhaltung halte ich nichts, auch wenn die alte Besitzerin der Meinung ist im Winter müssen Pferde in die Box und brauchen eine Decke. Die Pferde zerkloppen in den ersten Nächten zwar fast die Boxen, aber die WOLLEN REIN. ok. Also Offenstall. Nicht im Matsch stehen und 24h Heu. Vernünftiges Heu. Ich habe mir einen Offenstall in Adendorf angeguckt der sehr sauber und so war, aber zur SB stimmt die Chemie gar nicht und das Futter steht ungeschützt an einem Spazierweg, total vergammelt :/. Davon gibt es morgens und abends eine Schubkarre, ihre Pferde sind nicht dick, darauf ist sie stolz. Das ist nichts für mich, da kann der Stall noch so dicht an Zuhause sein. Als nächstes gucke ich mir einen Paddock Paradise an.
Die Idee für das Paddock Paradise stammt aus den USA. Die Pferde werden nicht auf einem viereckigen Paddock gehalten, sondern in Gängen von unterschiedlicher Breite. Überall auf den Gängen befinden sich Autoreifen mit Heunetzen drin, die zweimal täglich gefüllt werden. Insgesamt steht fast den ganzen Tag Heu zur Verfügung. Zweimal täglich wird abgeäppelt und wenn ich will Rubin gefüttert. Die SB ist sympathisch und so entscheide ich mich dafür, Rubin hier her zu stellen.
Von den ehemaligen Besitzern heißt es, Rubin würde bestimmt auf alle Pferde losgehen und sie verprügeln. Ich zweifel das an. Angekommen, packen wir Rubin einfach in die Gänge und es passiert eigentlich nichts. Rubin freundet sich recht schnell mit Haffi Amadeus an, auch wenn der eine kleine Macke hat und integriert sich gut, fühlt sich offensichtlich wohl, ist auf keinen Streit aus und gliedert sich recht weit unten in der Herde ein. Alle sind begeistert wie brav und umgänglich er ist. Jaja, was andere Umstände alles ausmachen können. Ich beschließe Rubin nicht einzudecken und das ist auch kein Problem. Er plüscht richtig auf und hat keine Probleme.
Fett wird Rubin von all dem Futter keineswegs. Ich muss ordentlich zufüttern, weil er sich ja auch soviel bewegt. Außerdem fällt auf, dass er extrem locker im Rücken ist und ich nicht groß locker reiten muss. Er ist extrem rittig. Heulage, die Rubin bisher bekommen hat, kann zu Übersäuerung führen, für Distanzpferde ist es sowieso laut Bender nicht geeignet. Gemeinsam mit der Bewegung wirkt nur noch Heu Wunder für den sonst so steifen Rubin. :)
Im November werden Kotproben entnommen. Am alten Stall wird die Weide ja niemals abgesammelt und dementsprechend unhygienisch ist die Lage. Somit ist Rubin das einzige Pferd mit einer mittelgradigen Verwurmung. Da er kurz vor dem Umzug noch entwurmt wurde, liegt der Verdacht von Resistenzen nahe. Wundert natürlich nicht, wenn später am alten Stall auch getestet und dann trotzdem entwurmt wird, obwohl keine Wurmbelastung vorhanden.
Ich stelle außerdem fest, dass Rubin bisher total bescheuert geimpft wurde und ich um einen Turnierkonformen Impfschutz zu haben, Influenza komplett neu grundimmunisieren müsste. Das ist es mir nicht wert. Dann starte ich eben keine internationalen Ritte, sondern nur die nationalen, wo eh keine Impfpflicht besteht. Ein Pferd das sein ganzes Leben lang alle zwei Jahre gegen Tetanus geimpft wurde sollte bedient sein, also fällt das auch weg. Die ach so wichtige Herpesimpfung bringt eh nichts, somit hat sich das Thema impfen erledigt. Irgendwann ist auch mal genug.
Das Mineralfutter stelle ich weiter um auf ein selbst zusammen gestelltes so dass ich nur noch Kupfer, Zink und Selen zuführe. Außerdem bekommt er Bierhefe und Kräutermischungen. Die Wirkung ist vor allem weiter an der Mähne zu sehen, die hat sich ja schon echt gemacht, seit der auf Lexa umgestellt wurde und auch die Hufqualität hatte sich enorm gebessert, aber nun wächst ihm ein richtige Schopf und Horn und Haar wachsen wie verrückt.
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